Edelkastanie ist nur bedingt zukunftsträchtig

Birmensdorf ZH – Die Kastanie ist dem Klimawandel nur bedingt gewachsen. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in einer Studie. Die Baumart ist nur an für sie günstigen Standorten und mit ausreichend Pflege eine gute Wahl für die Forstwirtschaft der Zukunft.

Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf haben untersucht, ob die Ess- und Edelkastanie der Erderwärmung gewachsen ist. In ihrem in der Zeitschrift „Forest and Ecology Management“ veröffentlichtem Artikel schlussfolgern sie, dass der Baum nicht die beste Option angesichts heisserer Sommer und zunehmender Trockerperioden ist, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Wissenschaftler hatten angenommen, dass die Ess- und Edelkastanie zukunftsträchtig sein könnte, da sie vor allem südlich der Alpen vorkommt, „wo heute schon Temperaturen herrschen, welche die Wissenschaft in absehbarer Zukunft für Mitteleuropa erwartet“. Doch die Daten des Landesforstinventars, welche die Forschenden für die Studie auswerteten, zeigten, dass die Kastanie bereits in grossen Schwierigkeiten sei.

So könnten kultivierte Kastanien zwar bis zu 700 Jahre alt werden. Bei Trockenheit, zu viel Schatten durch andere Bäume, Krankheiten sowie Frassdruck durch Ziegen und andere Tiere gehe sie schon jung ein. Auch die asiatische Kastaniengallwespe setze ihr seit einigen Jahren stark zu.

Daher können die Forschenden die Kastanie nicht vollumfänglich als Waldbaum der Zukunft empfehlen. An vorteilhaften Standorten und mit genügend Pflege könne die in der Südschweiz kulturell und landschaftlich wichtigste Baumart aber eine gute Wahl sein, „um qualitativ hochwertiges Holz zu produzieren“, heisst es in der Medienmitteilung. ko