Ein wichtiger Schritt hin zum volldigitalen Baubewilligungsprozess

Die elektronische Eingabe von Baugesuchen ist im Kanton Zürich schon heute möglich. Aber aufgrund der geltenden Gesetze funktioniert der Prozess noch nicht ganz ohne Papier und Medienbrüche. Um einen vollständig digitalen Baubewilligungsprozess über die Plattform «eBaugesucheZH» zu ermöglichen, beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat nun eine Anpassung des Planungs- und Baugesetzes.

Derzeit nutzen 41 Gemeinden die elektronische Plattform «eBaugesucheZH». Die Applikation vereinfacht und automatisiert den Daten- und Informationsaustausch zu Baugesuchen und bietet schon heute einen Mehrwert für alle Beteiligten. Gesuchstellende profitieren von einem anwenderfreundlichen, geführten Eingabeprozess und einer transparenten Einsicht in den Status ihres Baugesuchs. Die Bewilligungsbehörden können unter anderem flexibler und mobiler auf Baugesuchunterlagen zugreifen.

Eine vollständig digitale Abwicklung des Baubewilligungsverfahrens lässt das geltende Recht nicht zu. So müssen zusätzlich zur digitalen Baueingabe noch zwei Papierexemplare des Baudossiers und die von Hand unterschriebene Eingabequittung eingereicht werden. Auch einzelne Arbeitsschritte im Bewilligungsprozess, z.B. die öffentliche Auflage, erfolgen nicht über die Plattform und führen zu Medienbrüchen.

Beitrag zum digitalen Grundangebot

Nun beantragt der Regierungsrat beim Kantonsrat eine Änderung des Planungs- und Baugesetzes, mit der die gesetzliche Grundlage für die vollständig digitale Abwicklung des Baubewilligungsverfahrens geschaffen werden soll. Gleichzeitig wird die bestehende Plattform «eBaugesucheZH» technisch ausgebaut. Diese Arbeiten sollen bis Anfang 2024 abgeschlossen sein. «Das Projekt ist ein wichtiger Beitrag zum digitalen Grundangebot des Kantons Zürich», sagt Baudirektor Martin Neukom. Sobald die Gesetzesänderung in Kraft getreten sein wird, haben die Gemeinden während einer Übergangsfrist von drei Jahren Zeit, den elektronischen Baubewilligungsprozess einzuführen.