Eine Knospe für den Juchhof

Innerhalb von zwei Jahren hat der städtische Gutsbetrieb Juchhof auf biologischen Landbau umgestellt. Vor der Anpassung waren Milch und Schweinefleisch die wichtigsten Erzeugnisse, heute setzt der Juchhof auf eine Vielfalt von Ackerkulturen.

Die Stadt Zürich hat sich zum Ziel gesetzt, auf allen eigenen Landwirtschaftsflächen biologisch zu produzieren und die Vernetzung ökologisch wertvoller Lebensräume zu fördern. Grün Stadt Zürich entschied deshalb, den Gutsbetrieb Juchhof auf Biolandbau auszurichten. Innerhalb von zwei Jahren haben die Landwirtinnen und Landwirte vor Ort die Bewirtschaftung umgestellt, der Juchhof kann jetzt die Produkte mit dem Knospe-Label von Bio-Suisse auszeichnen. Insgesamt werden bereits 80 Prozent der städtischen Landwirtschaftsflächen biologisch bewirtschaftet, mit steigender Tendenz.

Senf, Weizen und Lupinen statt Milch und Fleisch

Vor der Neuorientierung war der Juchhof hauptsächlich ein Milchwirtschafts- und Mastbetrieb mit 70 Kühen und 400 Schweinen. Gemäss Bio-Richtlinien müssen die Tiere im Sommer Zugang zur Weide haben, was an diesem Standort zwischen Gleisen, Strassen, Familiengärten und Sportplätzen nicht möglich ist. Deshalb ist der Juchhof neu hauptsächlich auf Ackerbau ausgerichtet. Auf knapp 140 Hektaren wird eine Vielfalt an Kulturen angebaut, unter anderem Urdinkel, Waldstaudenroggen, alte Weizensorten, Kürbisse, Senf, Mais, Sojabohnen, Zuckerrüben und Lupinen. Die Umstellung hat dem Juchhof neue Chancen auf dem Markt eröffnet, denn lokale pflanzliche Bioprodukte sind beliebt.

Zudem wird das Heu von Wiesen der städtischen Parkanlagen, Friedhöfe und Uferböschungen auf dem Juchhof nachgetrocknet und als Biofutter für Pferde und Rinder verkauft. Die wenigen verbleibenden Tiere (Kühe, Rinder, Schweine, Hühner, Ponys und Kaninchen) sorgen dafür, dass der Bauernhof weiterhin attraktiv für die Naturschule und die Besucherinnen und Besucher aus dem Quartier bleibt.

Noch kein Bio-Wein aus dem Rebberg

Die Umstellung eines ganzen Rebbergs auf Bio braucht Zeit, denn Reben haben eine Nutzungsdauer von etwa 30 Jahren. Geplant ist, dass am Chillesteig in Höngg in rund zehn Jahren Trauben biologisch produziert werden können. Als Vorbereitung werden alte, krankheitsanfällige Reben durch pilzwiderstandsfähige neue Sorten ersetzt. Herbizide und Insektizide kommen schon heute nicht mehr zum Einsatz.