Elektroautos haben ihre eigenen Unfallrisiken

Winterthur – Die ungewohnt hohe Beschleunigung und ihre Lautlosigkeit stellen zwei Risikofaktoren speziell bei Elektroautos dar. Zudem verlassen sich Fahrer von Elektroautos überdurchschnittlich stark auf Fahrerassistenzsysteme. Dies stellt eine Erhebung von AXA fest.

Insgesamt sei die Schadensfrequenz von Elektroautos mit denen konventioneller Fahrzeuge vergleichbar, schreibt die AXA in einer Mitteilung. Je nach Fahrzeugklasse werden dort allerdings auch Unterschiede deutlich gemacht. So verursachten kleinere Elektroautos rund 10 Prozent weniger Schäden als Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren. PS-starke Modelle unter den E-Fahrzeugen richteten hingegen mehr Schäden an als konventionelle Wagen derselben Klasse.

Als Grund machen die Analysten der AXA das Beschleunigungsverhalten der Fahrzeuge aus. „Die maximale Beschleunigung ist sofort verfügbar, während es selbst bei PS-starken Verbrennungsmotoren noch einen Moment dauert, bis die maximale Beschleunigung erreicht wird“, erläutert Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention bei der AXA. Eine weitere Unfallgefahrenquelle sehen die Analysten in der Lautlosigkeit der Elektrofahrzeuge. Hier wird der Einbau von Geräuschgeneratoren auch bei Wagen empfohlen, für die eine Nachrüstung nicht vorgeschrieben ist.

E-Autofahrer seien darüber hinaus besonders technikaffin und verliessen sich durchschnittlich stärker als andere Fahrer auf Autopiloten und Fahrassistenzsysteme. Diese könnten jedoch den Fahrer nur unterstützen. Insgesamt aber seien E-Autos „im Prinzip genauso sicher wie andere Fahrzeuge“, erläutert Zahnd. „Fahrerinnen und Fahrer sowie andere Verkehrsteilnehmer müssen sich jedoch auf ihre Besonderheiten einstellen und den richtigen Umgang damit finden.“ Dies gelte auch für Fahrerassistenzsysteme. hs

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