Klimawandel gefährdet Buchen

Birmensdorf/Davos – Die Hitzesommer 2003 und 2018 haben zu einem Notstopp bei der Fruchtentwicklung von Buchen geführt. Für die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft ist dies ein Hinweis, dass Buchen für den Klimawandel schlecht gerüstet sind.

„Nach allem, was man bisher wusste, hätte 2018 ein an Bucheckern oder ,Buchennüssli‘ reiches Jahr sein sollen, ein sogenanntes Mastjahr“, schreibt die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in einer Mitteilung. Der heisse und trockene Sommer habe jedoch dazu geführt, dass die Buchen nicht nur verdorrte Blätter, sondern auch ihre noch nicht ausgereiften Bucheckern abgeworfen hätten. Dieselbe Beobachtung hatten die Forscher des WSL bereits im Hitzesommer 2003 gemacht.

Ein Vergleich der Klimadaten habe ergeben, dass 2018 rund 45 Prozent weniger Regen gefallen war und die mittlere Sommertemperatur um 1,5 Grad höher gelegen hatte als im langjährigen Mittel, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Unter solchen Bedingungen brächen die Buchen ihre Fruchtentwicklung ab, „bevor sie zu viel Ressourcen investiert haben“, wird WSL-Forscherin Anita Nussbaumer dort zitiert. Vorhandene Ressourcen werden für  lebenswichtige Strukturen wir Blätter, Holz und Wurzeln verbraucht.

Der bei den Buchen beobachtete Fruchtabwurf deute darauf hin, dass Buchen mit den im Zuge des Klimawandels wahrscheinlich zunehmenden heissen Sommern nicht gut zurecht kommen, heisst es in der Mitteilung weiter. „Für die Forstdienste sind solche Erkenntnisse wichtig, weil sie heute bereits entscheiden müssen, welche Baumarten sie in den nächsten 50 bis 100 Jahren in ihren Wäldern fördern möchten“, erläutert Nussbaumer. Die Buche könnte dabei ihren Platz als derzeit häufigster Laubbaum verlieren. hs

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