Pandemie steigert psychische Belastung

Winterthur – Die wieder verschärften Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie haben die Lebensqualität der Schweizer Bevölkerung etwas beeinträchtigt. Vier Fünftel empfinden sie aber weiterhin als gut bis sehr gut. Allerdings verspüren fast drei von zehn Personen eine psychische Belastung.

Die School of Management and Law der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) untersucht seit März 2020 in regelmässigen Umfragen die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Im aktuellen „COVID-19 Social Monitor“ haben dabei acht von zehn Befragten ihre aktuelle Lebensqualität als gut oder sehr gut bezeichnet, informiert die ZHAW in einer Mitteilung. Im vergangenen Sommer hatten noch neun von zehn Befragten ihre Lebensqualität als gut oder sehr gut bezeichnet.

„Auch wenn die Resultate eine etwas tiefere Zufriedenheit zeigen – insgesamt bewerten die meisten Menschen in der Schweiz trotz der gegenwärtig starken Einschränkungen ihre Lebensqualität nach wie vor als hoch“, wird Marc Höglinger, Leiter Versorgungsforschung am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie der ZHAW, in der Mitteilung zitiert. Den Erkenntnissen der ZHAW-Forschenden zufolge war der Rückgang der Lebensqualität parallel zu den Verschärfungen der Schutzmassnahmen gegen die Pandemie erfolgt.

Gleichzeitig hatten die Forscher einen Anstieg der psychischen Belastung ausgemacht. In der aktuellen Befragung gaben 10 Prozent an, sich häufig einsam zu fühlen. Eine psychische Belastung wurde von 28 Prozent der Befragten angegeben. In der Befragung vom September hatten die entsprechenden Werte bei 6 beziehungsweise 21 Prozent gelegen.

„Zu dieser leichten Zunahme dürfte neben dem Shutdown auch der Winter beitragen“, meint Höglinger. Derartige psychische Belastungen seien aber nicht mit Depressionen gleichzusetzen, erläutert der ZHAW-Wissenschaftler. „Eine Mehrheit der Menschen kann die Herausforderungen verkraften und bleibt gesund.“ Den Erkenntnissen der Forscher zufolge hatten junge Erwachsene über fast alle Befragungen hinweg häufiger an Einsamkeit oder psychischer Belastung gelitten als Angehörige anderer Altersgruppen. hs