WSL testet Überlebenspotenzial von Waldbäumen

Birmensdorf ZH – Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) testet mit Forstleuten aus mehreren europäischen Ländern die Überlebenschancen von Bäumen im Klimawandel. Das Projekt MyGardenOfTrees wird von der Europäischen Kommission unterstützt.

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) führt laut Medienmitteilung mit Hilfe von freiwilligen Förstern ein europaweites Waldexperiment durch. Das Projekt MyGardenOfTrees ist ein partizipatives Forschungsprojekt, das von der Europäischen Kommission unterstützt und von einem Forschungsteam der WSL geleitet wird. Ziel ist es, das Wachstum und die Regenerationsfähigkeit verschiedener Herkünfte von Weisstanne und Rotbuche in europäischen Versuchsgärten zu bewerten.

Katalin Csilléry, Projektleiterin und Leiterin der Gruppe Evolutionsgenetik an der WSL, hat dazu eine spezielle Mischung aus Buchen- und Weisstannensamen an Forstleute in ganz Europa versandt, um das Überleben und Wachstum der Bäume in deren Wäldern zu testen. Die Experimente laufen derzeit in sieben europäischen Ländern an und sollen fünf Jahre dauern.

So wachsen derzeit in einem Waldstück neben der WSL Waldbaumsetzlinge unter Metallkörben und mit gelben Schildchen beschriftet, auf denen „Pohorsko, Slowenien“, „Pyrenäen, Frankreich“ oder auch „Alborz-Gebirge, Iran“ steht.  „Wir wollen verstehen, welches Überlebens- und Wachstumspotenzial eine bestimmte Waldbaumpopulation – und ihr einzigartiger Satz von Genen – hat, indem wir sie unter verschiedensten Umweltbedingungen testen“, wird Csilléry zitiert. Es gibt, schon wegen der unterschiedlichen Sprachen, Koordinatoren in Frankreich, Deutschland, Ungarn, Polen, Rumänien, Griechenland, Kroatien und Spanien.

Gesucht werden noch mindestens 500 Teilnehmende am Projekt, von Waldbewirtschafterinnen und Waldbewirtschaftern über Waldbesitzende bis hin zu Bürgern und Gemeinden. Die Teilnehmenden müssen sich bereit erklären, einen kleinen Versuchsgarten anzulegen und ihn mindestens fünf Jahre für die WSL zu beobachten. gba