ZHAW-Forschende berechnen Zecken-Risikopotenzial

Winterthur – Die interaktive App Zecke hat in den letzten fünf Jahren über 24’000 Daten zu Zeckenkontakten gesammelt. Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) entwickeln daraus ein Modell für die Voraussage eines Zecken-Risikopotenzials.

Die ZHAW-Forschenden haben die über fünf Jahre hinweg gesammelten Daten dazu genutzt, um zu berechnen, „wo und wie häufig in der Schweiz im Jahresverlauf Menschen und Zecken aufeinandertreffen“, erläutert die ZHAW in einer Mitteilung. Ihre Forscher vermuten, dass sich die Coronavirus-Pandemie indirekt auf das Muster der Zeckenkontakte auswirken wird. Wie ZHAW-Forscher Werner Tischhauser erläutert, weisen die Daten darauf hin, „dass das veränderte Bewegungsmuster der Outdoor-Aktiven öfter zum Zeckenkontakt in Naherholungsgebieten führt als in den Vorjahren“.

Derzeit arbeiten die Forscher daran, zu berechnen, wie sich das veränderte Mobilitätsverhalten der Schweizer während der Pandemie auf die gesamte Zeckensaison dieses Jahres auswirken wird. Sie wollen das Zecken-Risikopotenzial für einen Zeitraum von zwei Wochen vorhersagbar machen. Damit könnten beispielsweise Lehrkräfte das Zeckenrisiko während einer Waldprojektwoche minimieren, schreibt die ZHAW.

Der Schutz gegen die von Zecken übertragenen FSME-Viren sei auch in Corona-Zeiten wichtig, erläutert die ZHAW in der Mitteilung weiter. „Personen aus den Risikogruppen für COVID-19 sollten sich für eine FSME-Schutzimpfung zuerst mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt telefonisch absprechen“, empfiehlt Tischhauser. „Diejenigen, die sich erstmals gegen FSME impfen lassen oder nach zehn Jahren den Impfschutz auffrischen wollen, sollen dies unverzüglich tun.“ hs