Zürcher Forscher entwickeln innovative Genschere

Zürich – Forschende der Universität Zürich haben eine Schere für die Genom-Editierung entwickelt, die sich nach der gewünschten Modifikation des Erbguts vollständig abbaut. Damit werden unerwünschte Nebenwirkungen vermieden. Die neue Methode könnte Toxoplasmose eindämmen.

Die Genschere CRISPR-Cas9 wird für die Genom-Editierung verwendet. Dazu werde gewöhnlicherweise ein Stück DNA mit den gewünschten Informationen zu Herstellung und Einsatz der Schere in die Zelle eingeschleust, erläutert die Universität Zürich (UZH) in einer Mitteilung. Da die eingeschleuste DNA anschliessend in der Zelle verbleibe, könne das Verfahren allerdings auch weitere, unerwünschte Veränderungen der Zelle auslösen.

Forschenden der UZH haben hier Abhilfe geschaffen. Bei der von ihnen entwickelten Variation der Genschere wird ausserhalb der Zelle zusammengesetzt und anschliessend in die Zelle eingeschleust, Nach der gewünschten Bearbeitung des Erbguts der Zelle bauen sich die Komponenten der Genschere vollständig ab. Die von der Schere hervorgerufene Inaktivierung eines Gens in der Zelle unterscheide sich somit nicht von natürlich auftretenden Mutationen, schreibt die UZH.

Bei ihren Arbeiten setzten die Forscher ihre Genschere zur Entwicklung eines Lebendimpfstoffes gegen Toxoplasmose ein. Dieser hauptsächlich von Katzen auf den Menschen übertragene Erreger ist für Menschen mit geschwächtem Immunsystem und für Föten im Mutterleib gefährlich. Auch bei Schafen beispielsweise kann Toxoplasmose zu Fehlgeburten führen. Die mit der Genschere der Forscher editierten Parasiten hingegen können keine für die Infektion mit Toxoplasmose benötigten Oozyten produzieren, schützen ihren Wirt aber vor Ansteckung mit infektiöser Toxoplasmose.

„Unser Ansatz ist nicht nur effizienter, schneller und kostengünstiger als herkömmliche Methoden, sondern führt auch zu einer Veränderung der genomischen Sequenz des Parasiten, ohne Spuren in den Zellen zu hinterlassen“, wird Adrian Hehl, Professor für Parasitologie und Prodekan Forschung und Nachwuchsförderung der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich, in der Mitteilung zitiert. Zudem könne die neue Methode aufzeigen, „wie sich diese neue Technologie von den konventionellen Ansätzen der Gentechnik unterscheidet“. hs