«Zürich schaut hin – Gemeinsam gegen Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit»

Stadtpräsidentin Corine Mauch und Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart lancieren das Projekt «Zürich schaut hin» und stellen ein neues Online-Meldetool vor, mit dem Belästigungen sichtbar gemacht werden können. Bis Ende 2022 werden zahlreiche weitere Massnahmen gegen sexuelle, sexistische, homo- oder transfeindliche Belästigung umgesetzt.

Ende 2019 haben Stadtpräsidentin Corine Mauch und Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart gemeinsam ein Projekt zur Bekämpfung von sexueller, sexistischer, homo- und transfeindlicher Belästigung im öffentlichen Raum und im Nachtleben in Auftrag gegeben. Nun lancieren sie «Zürich schaut hin – Gemeinsam gegen Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit» und stellen ein neues Online-Meldetool vor, das dazu beitragen soll, Belästigungen sichtbar zu machen. Im Rahmen des Projekts und im Rahmen des Gleichstellungsplans 2019–2022 wird bis Ende 2022 ein Bündel von weiteren Massnahmen umgesetzt – zum Beispiel Plakate und Beiträge im öffentlichen und virtuellen Raum, Sensibilisierungsveranstaltungen sowie Weiterbildungen für Berufsgruppen, die dem Thema in ihrem Arbeitsalltag begegnen. Denn in der Stadt Zürich sollen sich alle Menschen sicher und frei fühlen können – unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung, Hautfarbe und davon, ob mit oder ohne Behinderung.

Junge Frauen und Queers besonders häufig betroffen

Im Februar 2021 führte das Sozialforschungsinstitut Sotomo im Auftrag der Stadt Zürich eine Befragung durch. Ziel war es, Erfahrungen, Erlebnisse sowie Haltungen zum Thema Sexismus der Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher aufzuzeigen. In der Befragung gaben rund drei von vier homo-, bi- oder pansexuellen Menschen an, in der Stadt Zürich schon im öffentlichen Raum belästigt worden zu sein, bei heterosexuellen Menschen jede zweite Person. Junge Frauen berichteten besonders häufig von sexueller Belästigung.

Belästigungen sichtbar machen

Ein zentraler Faktor bei der Bekämpfung von Belästigungen ist die öffentliche Aufmerksamkeit. Die Stadt hat deshalb unter dem Label «Zürich schaut hin» ein neues Online-Meldetool geschaffen: zuerich-schaut-hin.ch. Ab heute können erlebte und beobachtete Belästigungen und Übergriffe in der Stadt Zürich unkompliziert und anonym gemeldet werden. Wer Informationen oder Beratung wünscht, wird auf entsprechende Angebote hingewiesen und kann sich direkt mit Beratungsstellen in Verbindung setzen. Das niederschwellige Online-Angebot ist in einem partizipativen Prozess zusammen mit potentiellen Nutzerinnen und Nutzern entwickelt worden. Dieser zeigte: Viele Menschen, die Belästigungen ausgesetzt waren, haben das Bedürfnis, das Erlebte sichtbar zu machen und teilen zu können – und damit letztlich dazu beizutragen, dass die «Normalität» solcher Verhaltensweisen hinterfragt wird.

Ein wichtiges Thema: Zivilcourage

Nebst dem Meldetool sind Sensibilisierung, Weiterbildung, Förderung von Zivilcourage und Selbstbehauptung wichtige Bestandteile des Projekts «Zürich schaut hin – Gemeinsam gegen Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit». So wird die Thematik mit Beiträgen und Plakaten in den öffentlichen und virtuellen Raum gebracht. Mit dem Forumtheater «Courage konkret!» wird ein Format zur Verfügung gestellt, mit dem das Thema Zivilcourage an Schulen und in der Jugendarbeit aufgenommen werden kann. Im September findet ein Weiterbildungstag für interessierte Berufsgruppen wie die Stadtpolizei, sip züri (Sicherheit, Intervention, Prävention – aufsuchende Sozialarbeit auf Zürichs Strassen) oder die mobile und offene Jugendarbeit OJA statt. Im Bereich Nachtleben wird mit Betrieben aus der Gastronomie, dem Kultur- und dem Sicherheitsbereich ein Workshop durchgeführt, um ein standardisiertes Vorgehen bei sexueller und sexistischer Belästigung sowie bei Homo- und Transfeindlichkeit zu erarbeiten. Des Weiteren sollen Selbstverteidigungskurse für Betroffene und Interessierte angeboten werden.

Das Projekt «Zürich schaut hin» wird von einer breiten Allianz von zivilgesellschaftlichen Organisationen mitgetragen. Diese trägt zur Sichtbarkeit des Projekts bei und führt nach Möglichkeit eigene Aktivitäten durch. Geleitet wird das Projekt von der Fachstelle für Gleichstellung im Präsidialdepartement und vom Departementssekretariat im Sicherheitsdepartement.