ETH-Ausgliederung analysiert Immobilien

Zürich – Das Zürcher Jungunternehmen Archilyse hat eine Software zur Analyse von Immobilien entwickelt. Die Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) will dadurch die umfangreichste Architekturanalyse weltweit ermöglichen.

Archilyse greift für seine Analysen auf möglichst viele Daten zurück und verknüpft diese, wie es in einer Medienmitteilung der ETH heisst. Auf dieser Basis wird ein virtuelles Modell erstellt, welches in ein Modell der Umgebung integriert wird. So kann Archilyse beispielsweise „für jeden Quadratzentimeter berechnen, wieviel See oder welche Bergspitze man sehen kann“. Aber es werden auch weitere Aspekte ermittelt: „Als Jungfamilie interessiert mich beispielsweise die akustische Trennung zwischen Kinderzimmer und Wohnraum, ob ich vom Wohnraum auf den Spielplatz sehen kann oder ob die Kinderzimmer hell genug sind, um die kognitiven Leistungsfähigkeiten der Sprösslinge nicht zu beeinträchtigen“, wird Archilyse-Gründer Matthias Standfest in der Mitteilung zitiert.

Durch diese Simulationen wird die „zur Zeit umfangreichste Architekturanalyse, die weltweit verfügbar ist“ geboten, wie Archilyse auf seiner Internetseite schreibt. Die Analysen werden Projektentwicklern, Architekten und Immobiliengesellschaften angeboten, welche sie vermarkten können. Die von Archilyse dazu genutzten Daten sind zwar nicht neu, bislang mussten sie jedoch zusammengetragen und in Zusammenhang gesetzt werden. Die Software der ETH-Ausgliederung übernimmt diese Prozesse auf Basis von maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz.

Dass Archilyse mit seinem Konzept richtig liegt, zeigt sich am bisherigen Erfolg. „Wir unterzeichnen gerade grosse Projekte und prüfen die Markteinführung in Deutschland, Skandinavien und Asien“, so Standfest, der mit seinem Team auch an neuen Produkten arbeitet. „Im Mai bringen wir zum Beispiel ein Werkzeug zur automatischen Überprüfung der Schweizer Bauzonenordnung auf den Markt.“ Archilyse ist für seine Innovation für den Pionierpreis der Zürcher Kantonalbank (ZKB) nominiert worden. jh

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