Rufe lassen Schimpansen erfolgreicher jagen

Zürich – Schimpansen nutzen Kommunikation, ähnlich wie Menschen, um die Zusammenarbeit in einer Gruppe zu verbessern. So rekrutieren wildlebende Menschenaffen mit Hilfe spezifischer Rufe weitere Gruppenmitglieder für die Jagd und jagen dadurch erfolgreicher, hat ein internationales Forscherteam herausgefunden.

Wildlebende Menschenaffen nutzen für die gemeinsame Jagd bestimmte Rufe und motivieren damit andere Schimpansen, mitzujagen. Das haben Forschende der Universität Zürich (UZH) und der Tufts University in Boston in den USA herausgefunden. Sie kommen laut einer Medienmitteilung zu der Annahme, dass, ebenso wie beim Menschen, bei Menschenaffen Kommunikation eine Schlüsselrolle bei der Koordination komplexer kooperativer Handlungen spielt.

Die Evolutionsbiologen werteten unter der Leitung von UZH-Doktorand und Sprachwissenschaftler Joseph Mine mehr als 300 aufgezeichnete Jagdereignisse in der Schimpansengemeinschaft von Kanywara in Uganda aus. Dabei stellten sie fest, dass durch das Erzeugen des Jagdbellens die Gruppenjagd effektiver wird.

„Auffallend ist, dass sich nach dem Jagdbellen mehr Jäger anschliessen, die Jagd schneller beginnt und der erste Fang weniger Zeit benötigt“, wird Zarin Machanda, Studienmitautorin von der Tufts University und Leiterin des Schimpansenprojekts in Kanywara, in der Medienmitteilung zitiert. Weshalb das Bellen eine solche Wirkung erzielt, muss in weiteren Studien noch erforscht werden.

Den Angaben zufolge deuten die Ergebnisse auch darauf hin, dass das Zusammenspiel zwischen Kooperation in der Gruppe und verbaler Kommunikation schon sehr lange besteht. „Die Verbindung scheint seit mindestens sieben Millionen Jahren zu bestehen, also seit unserem letzten gemeinsamen Vorfahren mit den Schimpansen“, wird Joseph Mine zitiert. Dass Kommunikation und Kooperation bei Menschen eng miteinander verbunden sind und sich gemeinsam entwickelt haben, ist unter Wissenschaftlern allgemein anerkannt. ko