Weinländer Bauern werden Botschafter für Innovation

Brüssel/Flaach ZH – Der Verein AgroCO2ncept ist im Rahmen des EU-Projekts Liaison als Botschafter für ländliche Innovation ausgezeichnet worden. Im Verein sind 26 Bauern aus dem Zürcher Weinland zusammengeschlossen, die mit ihrer Betriebsführung das Klima schützen wollen.

Das Flaachtal im Zürcher Weinland gehört zu den Zentren der ländlichen Innovation in Europa. Dieser Ansicht ist die Jury des Programms Liaison, das von der EU im Rahmen ihres Forschungsrahmenprogrammes Horizon 2020 unterstützt wird. Eine internationale Jury unabhängiger Fachleute hat im Rahmen dieses Programmes 220 Unternehmen, Projekte und Initiativen aus 23 Ländern Europas bewertet und 15 Botschafter der ländlichen Innovation ausgewählt. Der Verein AgroCO2ncept aus Flaach ist einer dieser 15 Botschafter.

Im Verein AgroCO2ncept haben sich derzeit 26 Landwirte aus dem Flaachtal und seiner Umgebung zusammengeschlossen, um einen konkreten Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. So stellt Toni Meier aus Flaach seinen Betrieb auf Biolandbau um, hat die Bodenbearbeitung verringert und verzichtet auf den Pflug. Den Kunstwiesenanteil hat erhöht. Auch Marco Brandenberger in Buch a. Irchel ZH verzichtet weitgehend auf den Pflug und setzt bei Mais und Zuckerrüben konsequent auf die Mulchsaat. Die meisten Kulturen kann er mit Hofdünger seiner eigenen Tiere düngen. Der Winzer Heiner Kindhauser in Dorf ZH vermarktet seine eigenen Weine in Eigenregie und nutzt alle organischen Abfälle im eigenen Betrieb.

Der 2012 gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den CO2 seiner Betriebe um 20 Prozent zu senken, die Betriebsausgaben ebenfalls um 20 Prozent zu verringern und die Wertschöpfung um 20 Prozent zu erhöhen. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat AgroCO2ncept 2013 zum Pilotprojekt erklärt.

Die Liaison-Jury hat mit Kaspar Howald auch einen weiteren Schweizer zum Botschafter für ländliche Innovation ausgewählt. Der Direktor von Valposchiavo Turismo hat das Projekt 100% Valposchiavo lanciert.

Liason wird von einer Reihe europäischer Unternehmen, Organisationen und Forschungseinrichtungen getragen. Aus der Schweiz ist das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) mit Sitz in Frick AG dabei. stk

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